Mehr als 500 Stunden hat die Modellbau- AG der Realschule plus und der Integrierten Gesamtschule (IGS) Rülzheim an einer Modelleisenbahnanlage gebaut, die am Samstag der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Seit September hat Modellbau-AG-Leiter Wolfgang Weidemann mit etwa 30 Schülern, jeweils 15 aus der Realschule plus und 15 aus der IGS, darunter zwei Mädchen, an der Anlage gebaut. Fertig ist sie aber noch lange nicht. Die Idee dazu ist schon älter. Als Termin für die Inbetriebnahme wurde gleich der letzte Samstag vor den Weihnachtsferien festgelegt, also war Eile geboten. Zuvor hatte Weidemann Kontakt zu Herstellern von Modelleisenbahnen und Modellbahnzubehör aufgenommen, die der AG etliches Zubehör zukommen ließen. Auch über einige Spenden konnte sich die AG freuen. Die Anlage hat nun einen Wert von rund 3000 Euro. Die Modelleisenbahn sollte aber nicht nur im Werkraum ihre Runden drehen, sondern auch über den Flur in ein Klassenzimmer fahren. So etwas gibt es laut Weidemann in Schulen in Deutschland bisher nicht. Dazu musste ein geeigneter Unterbau hergestellt werden. Eine Hilfe war dabei die Germersheimer Firma Nolte, die den Schülern das Holz für einzelne Module lieferte, auf denen die Bahn montiert wurde. Sie können wieder auseinander genommen werden, damit die Eisenbahn leichter gelagert werden kann, denn stehen bleiben kann sie nicht während des gesamten Schuljahres.
Die Anlage beginnt mit einem großen Bahnhof mit Güter- und Lokschuppen und einem Hafen, dann geht es über einen Fluss, der den Rhein darstellen soll. Die Strecke führt weiter durchs Hügelland des Schwarzwaldes und endet in der Schweiz, dargestellt durch ein massives Gebirge, das eine Schweizer Flagge krönt. In einem späteren Ausbau soll ein Grenzübergang dargestellt werden. Die Häuser wurden großteils aus gespendeten Modellhäuschen gebaut, die Berge wurden aus Styropor und Gips hergestellt. Auffällig ist ein altes Schotterwerk, dessen Schotterhalde aus Katzenstreu modelliert wurde. Derzeit können sechs Züge auf der Modellbahnanlage fahren, darunter eine Stadtbahn des KVV. Für den Endausbau ist geplant, bis zu zehn Züge gleichzeitig fahren zu lassen.
Fertig ist die Modellbahnanlage also noch lange nicht. Die Landschaft soll ausgebaut werden. Während die Anlage im Werkraum stehen bleibt, muss die Fahrtstrecke im Flur und im benachbarten Musikraum wieder abgebaut werden, bis sie wohl zu Ostern erneut gezeigt wird.
"DIE RHEINPFALZ" vom 21. Dezember 2011
Autor: Rudi Hoffmann
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